Häufiges Händewaschen in der Corona-Pandemie führt zu mehr Handekzemen - der Chefarzt des iDerm hierzu im Interview mit dem Deutschlandfunk

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Das im Zuge der COVID-19-Pandemie empfohlene häufige und jeweils bis zu 30 Sekunden dauernde Händewaschen kann die Hautbarriere schädigen und hierüber zu trockener Haut und im Verlauf zu Abnutzungsekzemen der Hände führen. Dies ist insbesondere relevant bei Personen mit anlagebedingt erhöhter Hautempfindlichkeit (z. B. Neigung zu Neurodermitis) sowie in Berufen mit besonderen Hautbelastungen bzw. Hygieneanforderungen (z. B. im Gesundheitswesen oder im Nahrungsmittelsektor).

Die alkoholische Händedesinfektion ist demgegenüber deutlich weniger belastend für die Hautbarriere und sollte daher - wenn alkoholische Händedesinfektionsmittel zur Verfügung stehen - bevorzugt eingesetzt werden. Nach jedem Waschen oder Desinfizieren sollten die Hände gründlich eingecremt werden.

Bei Verdacht, dass in Folge verstärkter Händewaschungen am Arbeitsplatz Hautschädigungen verursacht wurden, ist eine Vorstellung in einer Hautarztpraxis zu empfehlen, um eine Behandlung über den Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) einzuleiten. Dies ist für die Patienten kostenlos und bringt gegenüber der Krankenkassen-Behandlung Vorteile mit sich. Dazu gehört auch die Verordnung von Hautpflegepräparaten.

Der Chefarzt des iDerm Herr Prof. Skudlik hierzu am 02.06.2020 im Interview mit dem Deutschlandfunk: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2020/06/02/prof_skudlik_desinfektionsmittel_sind_hautfreundlicher_dlf_20200602_1044_9199a0e4.mp3