Tertiäre Individualprävention – TIP

Teilnehmer der Maßnahme sind Versicherte der Unfallversicherungsträger, deren Haut Hautveränderungen aufweist, die durch Arbeitsstoffe, Arbeitsverfahren oder sonstige Einflüsse hervorgerufen wurden und bei denen ambulante Maßnahmen bisher nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben.

Ziel der Maßnahme

  • den Hautzustand regenerieren
  • Verständnis für die Ursachen der Hautveränderungen aufzuzeigen
  • Kompetenzen schaffen für einen adäquaten Hautschutz
  • langfristiger Berufsverbleib

Indikationen

  • „Klassische TIP“ (drohende BK 5101)
  • „Refresher TIP“
  • Heilverfahren zur Minderung der BK-Folgen
  • Verlaufsbeobachtungen zur Abgrenzung einer berufsbedingten von einer berufsunabhängigen Hauterkrankung

Maßnahmen der stationären Rehabilitationsmaßnahme

  • Durchführung allergologischer und hautphysiologischer Testungen und weiterer diagnostischer Maßnahmen (mikrobiologische/ mykologische Untersuchungen)
  • Medizinische und pflegerische Betreuung an 7 Tagen in der Woche
  • 6x wöchentlich eine tägliche ärztliche Visite (persönliche Befundkontrolle und persönliches Gespräch) durch einen Facharzt für Dermatologie oder einen in dermatologischer Weiterbildung befindlichen Arzt
  • mindestens 2 x wöchentlich eine fachärztliche dermatologische Visite (Chefarzt-/ Oberarztvisite)
  • dermatologische Lokalbehandlung erfolgt mindestens 2x täglich (einschließlich der Wochenenden) durch eine in der Durchführung dermatologischer Therapien erfahrene Pflegekraft
  • physikalische Behandlungsmaßnahmen (UV-Therapien, Leitungswasseriontophorese-Behandlung)
  • Teilnahme an vier gesundheitspädagogischen Hautschutzseminaren
  • Teilnahme an einer gesundheitspädagogischen Handschuhberatung
  • Teilnahme an gesundheitspsychologischen Schulungen (Juckreiz und Krankheitsbewältigung, Stress und Stressbewältigung, Entspannungstechniken, Nikotinentwöhnung) und Einzelgesprächen
  • Teilnahme an ergotherapeutischen Übungen an Arbeitsplatzsimulationsmodellen zur praktischen Erprobung der in der gesundheitspädagogischen Beratung ermittelten Hautschutzmaßnahmen
  • 1x pro Woche Teilnahme an ärztlichen Fachvortrag („Externa-Therapie“, „Neurodermitis“, „Nahrungsmittel- Unverträglichkeit- und Allergien“)
  • 1x in 2 Wochen Angebot einer „BG-Sprechstunde“ (angeboten von Berufshelfern der zuständigen bzw. regionalen Unfallversicherungsträger zur Erörterung versicherungsrechtlicher Fragestellungen).

Ziel für den Unfallversicherungsträger

Der Unfallversicherungsträger und der Dermatologe am Heimatort erhalten nach Abschluss der stationären Rehabilitationsmaßnahme einen ausführlichen Entlassungsbrief. Dieser enthält einen dezidierten Hautbefund mit dokumentierter Ganzkörperuntersuchung, Dokumentation der diagnostischen und tätigkeitsadaptierten therapeutischen Maßnahmen sowie detaillierte Therapieempfehlungen für die nachstationäre Weiterbehandlung, eine Einschätzung der berufsdermatologischen Prognose und zur Kausalität der Hauterkrankung.